Objekte des Monats Mai 2020

Teile eines Mokkageschirrs mit Blumendekor:
2 Mokkatassen, 2 Unterteller, 3 Kuchenteller, 1 Milchkännchen
Steingutfabriken Velten-Vordamm
Dekor: Elisabeth „Else“ Dörr
Maße
Mokkatassen H: 4 cm, B: 8,5 cm mit Henkel, Ø: 6,5 cm
Unterteller H: 1 cm, Ø 13 cm
Kuchenteller H:1,50 cm, Ø 14 cm
Milchkännchen H: 4 cm, 10 cm

Inventar-Nr. 006/2480a-h
1924-1927
Steingut, rötlicher Scherben | freigedreht | handbemalt  
Schenkung an den Förderverein von Manfred Zepf, März 2020

Blüten, Stengel, Blätter in feinem Pinselstrich reihen sich tanzend um die winzig anmutenden Gefäße dieses Mokkageschirrs aus den 1920er Jahren. Auf rotem Scherben, der auch eher an wuchtige Gartenkeramik und Pflanzgefäße erinnert, wirken die pastellfarbenen, zarten Blumen zurückhaltend und ergänzen sich im Farbton. Insgesamt entsteht durch diese Kombination eine mattrosa Grundfärbung, ohne allerding kitschig zu sein.

Die Objekte sind Teil des Mokkageschirrs mit der Formnummer S 98 aus den weltweit renommierten Steingutfabriken Velten-Vordamm, wo Hedwig Bollhagen 1927 die Aufgaben als Leiterin der Malabteilung übernahm. Ihre direkte Vorgängerin in dieser Position war die aus Bad Freienwalde stammende Keramikerin Elisabeth Dörr, die etliche Dekore für Fayence- und Steingutgeschirr entwickelte und so das Bild der Keramiken mit der stilisierten Lilie als Firmensignet deutlich prägte. Sie folgte Charlotte Hartmann.

Das Ofen- und Keramikmuseum hat jetzt eine beachtliche private Sammlung als Geschenk erhalten, die zahlreiche uns so noch nicht bekannte Keramiken dieses Betriebs enthält und die Dekorvielfalt von Hartmann, Dörr und Bollhagen zeigt. Mit diesem keramischen Frühlingsgruß möchten wir uns auch bei Manfred Zepf für diesen Keramikschatz bedanken, der so kongenial zum Sammlungsschwerpunkt im Bereich der Gebrauchskeramik der Klassischen Moderne passt.