Typisch Grothe !? Neue Sonderausstellung beleuchtet Veltener Kulturerbe:
Die Töpferei Grothe und ihre Nachfolgewerkstätten in der Luisenstraße
(Laufzeit: 8.8.2020 - 6.1.2021)

Die neue Sonderausstellung zeichnet erstmalig die wechselvolle Biografie einer ostdeutschen Keramikwerkstatt von den 1920er Jahren über die Zeit im Staatlichen Kunsthandel der DDR bis in die Wendezeit nach. Die Töpferwerkstatt, 1926 von Hermann Grothe gegründet, gehört zum Kulturerbe der Ofenstadt Velten nördlich von Berlin.
„Typisch Grothe!“ sagen Veltener spontan beim Anblick der roten, engobierten und gelegentlich glasierten Keramiken und beginnen zu erzählen.
Bis jetzt aber war wenig bekannt über die Werkstatt, steht sie doch meist im Schatten der bekannteren Hedwig-Bollhagen-Werkstätten.
Die Ausstellung rückt die Veltener Werkstatt und ihr charakteristisches handwerkliches und künstlerisches Profil in das verdiente Licht.  „Es wurde Zeit für Velten!,“ meint auch eine Leihgeberin. Rund 20 Zeitzeugengespräche hat das Museumsteam geführt, um die Erinnerungen der ehemaligen Mitarbeiter und der dort tätigen Künstler zu bündeln.
Die Namen renommierter Keramiker der Region Berlin-Brandenburg und darüber hinaus sind verknüpft mit der Geschichte der Werkstatt. Frauke Gerhard, Christa Koslitz und Sigrid Lohse absolvierten ihre Töpferausbildung in der Veltener Werkstatt. Bärbel Thoelke, Gerd Lucke, Christina Renker, Heidi Manthey entwarfen als vom Staatlichen Kunsthandel der DDR beauftragte Künstler für Velten Serienprodukte.
Die Ausstellung verknüpft Zeitgeschichte und facettenreiches Kunsthandwerk. Sie geht der Frage nach: Was ist überhaupt „Typisch Grothe!?, “ wenn die Keramiken sich so sehr ähneln, auf den zweiten Blick aber wichtige Unterschiede offenbaren.

Titelbild der Ausstellung und des Begleitbandes