Objekte des Monats Februar 2026
Aschenbecher als Werbeträger der Ofenfabrik H. G. Zirner
Maße: L x B 13,5 cm x 13,5 cm | H 3,5 cm
Material und Technik: Ton, heller Scherben, gegossen, dunkelgrün glasiert
Ofenkachel der Ofenfabrik H.G. Zirner
Maße: L x B 35 cm x 35 cm | H 5 cm
Material und Technik: Ton, heller Scherben, vermutlich gepresst, matt glasiert
Schenkung durch Joachim Zirner, einen Nachfahren des Fabrikbesitzers Hermann Gustav Zirner, vermittelt und überreicht durch unser Fördervereinsmitglied Frau Jutta Lukowski
Wo lag eigentlich die Ofenfabrik Zirner? Der Aschenbecher, unser Objekt des Monats Februar, gibt darauf eine offenbar ganz klare Antwort: In der Breiten Straße Nummer 7 hatte Hermann Gustav Zirner seine Adresse. So ist es auch im Handbuch des Kunstmarktes von 1926 verzeichnet.
Allerdings werden Veltener aktuell eher an einen Standort in der Mühlenstraße 31/21 an der Ecke zur Luisenstraße denken, wo derzeit eine neue Kindertagesstätte gebaut wird. Hier gründete ein Zirner, jedoch Friedrich Zirner, im Jahr 1887 seine Ofenfabrik. Auch in der Viktoriastraße 11 ist für das Jahr 1905 eine Ofenfabrik G. Zirner & Co. belegt und von Waldemar Titzenthaler fotografiert.
Zurück zur Breiten Straße. In der Nummer 1a/2 gründete zwischen 1895 und 1904 wohl Hermann Gustav Zirner seine Ofenfabrik. „Wohl“ heißt in diesem Fall, dass die Quellenlage etwas Zweifel lässt gerade bezüglich des genauen Gründungsjahres. Umso sicherer ist durch den Aschenbecher der Firmensitz wenige Häuser weiter in der Breiten Straße 7 belegt.
Mehr als nur ein keramischer Werbeträger, wie es sie vor knapp 100 Jahren in dieser und ähnlicher Form reihenweise gab, liefert dieses Objekt dank der Inschrift ein Puzzleteil der Veltener Kachelofenindustriegeschichte, wo trotz historischer Fotografien, Adressbüchern, Musterbüchern und einigen Firmenunterlagen selbstverständlich weiterhin Fragen bleiben.
Das Objekt selbst ist ein schlichter, praktischer Aschenbecher mit einer allerdings beeindruckend farbstarken, glänzend grünen Glasur – sicherlich eine Ofenglasur, wie sie auch auf Kacheln verwendet wurde. Ein Musterbuch Zirners weist darauf hin, dass alle Ofenmodelle in typisch weißer aber auch mit farbiger Glasur geliefert werden konnten.
In Kombination mit der Kachel der Fabrik Hermann G. Zirner gewinnt man ansatzweise eine Vorstellung von der Produktpalette und den Moden. Die mit wellendem Haar auf einem Kometen reitende Frau erzählt als Motiv sicher eine weitere, ganz eigene Geschichte. Wer mag sich einen Ofen mit diesem Kachelmotiv in die Wohnung gestellt haben?
Wir danken Joachim Zirner aus Leverkusen und Jutta Lukowski für dieses Objekt für die Sammlung unseres Ofen- und Keramikmuseums.





