Objekt des Monats Juli 2026

Deckeldose in Form eines Huhns von Heidi Manthey (*1929 – †2026)

Maße: H 23 cm | T 19 cm
Material und Technik: Ton, heller Scherben, Fayence, mehrfarbig bemalt

Sammlung des Fördervereins Ofen- und Keramikmuseen Velten

Unser Objekt des Monats Juli verkörpert die Eleganz, verzaubernde Schönheit, das Gespür für außergewöhnliche Formen und keramische Malerei, die Heidi Mantheys Keramiken auszeichnen. Ebenso wie der sanfte Humor und die Faszination für Pflanzen und Tiere. Vögel leben in den unterschiedlichsten Formen in ihrer keramischen Welt.

Wir verabschieden uns von einer herausragenden Keramikkünstlerin nicht nur unserer Region, sondern Deutschlands. Heidi Manthey verstarb am 14. Mai 2026 in Marwitz. Im Juli wurde sie auf dem Friedhof Velten beigesetzt. Es bleiben ihre Keramiken wie aus einer anderen Welt, „another world“, wie es der Theaterregisseur Robert Wilson voller Bewunderung formulierte.

Ihr Wirken ist verknüpft mit den Hedwig Bollhagen Werkstätten Marwitz. Dennoch folgte sie unverkennbar eigenen Ideen und Prinzipien.  Ab 1956 arbeitete sie mit Marwitz zusammen, pendelte regelmäßig zwischen Halle (Saale) und dem märkischen Ort. Sie genoss bei HB eine außergewöhnliche Freiheit, empfand den inspirierenden Austausch und die Möglichkeiten in den Werkstätten als ein „größtes Glück“. HB-Serienformen nutzte sie mitunter und interpretierte diese neu.

Für die Serie entwickelte sie Auftragsformen und -dekore. Zugleich entfaltet die Künstlerin Manthey ein keramisches Werk, das beeindruckt mit zauberhaft eleganten, manchmal verspielt humorvollen, eigenständigen Fayencen, Baukeramiken und Porzellanen, darunter mythologische Fabelwesen, Vögel, Hunde und immer wieder Blumen, welche sie wirklich liebte.

Charles Crodel hatte die Verbindung nach Marwitz geknüpft. Er war an der Burg Giebichenstein in Halle einer ihrer Lehrer ebenso wie die Keramikerin Erika Gravenstein. Vor dem Wechsel nach Halle hatte die in Leipzig geborene Manthey an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Max Schwimmer studiert. In den 1970er und 1980er Jahren unterrichtet sie selbst an der Burg und der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Ihren Anspruch an Schönheit und Malerei, welche die Form vollendet, gab sie weiter. 

Ihre Freude, ihr Lachen ebenso wie ihren Ernst, wenn sie über Kunst sprach, erlebten wir als Förderverein der Museen Velten persönlich. Wir verabschieden uns auch von einem vertrauten Vereinsmitglied und einer Wegbegleiterin.

Im HB-Museum widmeten wir ihr 2019 die Retrospektive Heidi Manthey: Another World. Zukünftig wird ihr keramisches Werk dauerhaft in den Museen Velten ausgestellt. Ihr keramischer Nachlass verbleibt dort, wie es ihr großer Wunsch war.