Objekte des Monats August 2026

Zwei Vasen von Karl Jüttner (*1921 – †2006)

schlanke Kalebassenvase (vermutlich 1960er Jahre) Maße: H 33cm | Ø 13 cm Inventarnummer 006/4053 Material und Technik: Ton, dunkler Scherben, frei gedreht, türkisfarben glasiert

Flaschenvase (1970er Jahre) Maße: H 17,5 cm | Ø 13 cm Inventarnummer 006/4052 Material und Technik: Ton, dunkler Scherben, frei gedreht, braun/ocker zweifarbig glasiert

Schenkung an den Förderverein Ofen- und Keramikmuseen Velten e.V. von Frank Warmuth im Mai 2026

Unsere Objekte des Monats August stammen von Karl Jüttner, einem herausragenden DDR-Keramiker, der sowohl mit seinen Gefäßen als auch mit skulpturalen Keramiken beeindruckte. Wir geben damit einen kleinen Einblick in unseren wachsenden Sammlungsschwerpunkt zur ostdeutschen Keramik, in dem sich wichtige Keramiker und Künstler unserer unmittelbaren Region um Velten aber auch darüber hinaus wiederfinden.

Der in Saalfeld geborene Jüttner war ausgebildeter Drucker, Maler und Grafiker. Zum Arbeiten mit Ton fand er in der Saalfelder Künstlergruppe, welche er gemeinsam mit den Keramikern Gerda Körting und Gerhard Dölz 1956 gründete. Dieser Zusammenschluss, der bis 1968 existierte, behandelte Ton und Glasur als eigenständige künstlerische Medien und schöpfte daraus Inspiration: Skulpturale, künstlerische Ideen, ausgefallene Oberflächen, die mit Glasuren, Engobe, Ritztechnik Neues probieren, zeichnen die Einzelstücke dieses Keramiker-Trios aus. Damit erreichten sie auch internationales Ansehen. Jüttner wurde als erster DDR-Keramiker aufgenommen in die Académie Internationale de la Ceramique und die Künstlergruppe 83.

Nach Auflösen der Saalfelder Gruppe baute er seine eigene Werkstatt in Saalfeld auf. Im Werk Jüttners finden sich ungeachtet des künstlerischen Aufbruchs aus der kunsthandwerklichen, funktionalen Töpfertradition auch immer Keramiken mit primärem Gebrauchscharakter. Die beiden Vasen des Monats wären eben dazu zu rechnen, gewinnen aber dank der Glasuren an Individualität.