Sonderausstellung »Then I may put a little gold on it« zeigt Keramische Arbeiten des Starbaritons Barry McDaniel
Die Retrospektive Barry McDaniel »Then I may put a little gold on it« würdigt erstmalig in der Gesamtschau das keramische Werk des Opernsängers, Keramiksammlers und leidenschaftlichen Gärtners Barry McDaniel (1930-2018). Sie zeigt seine aus Ton gefertigten Bühnenbilder, Landschaften, Erinnerungs- und Gedankenszenen.
Barry McDaniels Paraderolle war der Papageno in Mozarts Zauberflöte. Er wirkte über dreißig Jahre als Kammersänger an der Deutschen Oper Berlin. Der gefeierte Bariton absolvierte hier über 1.900 Vorstellungen und verzauberte das Publikum mit der sensiblen Interpretation seiner Rollen. Auf den internationalen Bühnen ebenso wie in Berlin war er gefragter Sänger, an den man sich bis heute begeistert erinnert. McDaniel war aber auch leidenschaftlicher Gärtner und Keramiksammler, der enge Beziehungen zur ostdeutschen und Berliner Keramikerszene pflegte. Aus dem Sammeln und der Faszination vor allem für Keramiker der Burg Giebichenstein (Halle/Saale) wuchs die Neugierde, selbst mit Ton zu gestalten.
Nach seiner aktiven Bühnenzeit fand er im eigenen keramischen Schaffen eine Leidenschaft. Dem Naturmaterial Ton begegnete er mit entdeckerfreudiger Offenheit. Ohne Scheu vor eventuellem Misserfolg walkten und formten seine Hände einfach drauflos. So eroberte er sich schrittweise Material und Technik. Namhafte ostdeutsche Keramiker begleiteten ihn dabei: unter ihnen Getraud Möhwald, Egon Wrobel und Karl Fulle. Es wuchsen Künstlerfreundschaften, die McDaniel als großen persönlichen Gewinn empfand. Seine ersten keramischen Bühnenszenen entstanden 1996. Bis 2011 schuf er mehr als drei Dutzend solcher filigranen, teilweise üppig glasierten und humorvollen Ton-Theater, Panaromen und „memory pieces“. Er hatte unbändige Freude daran, Atmosphären und flüchtige Erinnerungen mit Ton und Glasur einzufangen – teilweise wie in einem plastischen Tagebuch. Deutlich wird ebenso McDaniels tiefe Naturkenntnis und seine Faszination für Details der Pflanzenwelt.
In einer Tagebuchnotiz von 1997 schwingt Stolz mit, dennoch hat er seine Fähigkeiten nie überschätzt: „I think the theaters have something that I have not yet seen in the ceramic scene, but I don’t know if that counts when the technique is based more on trial and error than on knowledge. I am not kidding myself, but I am glad that I get some positive echoes.“ Die Sonderausstellung zeigt rund 30 der beeindruckenden, keramischen Opern- und Theaterbühnen Barry McDaniels. Zugleich ist die Schau auch ein Dankeschön für eine umfangreiche Schenkung von McDaniels Keramik-Bühnen an das Veltener Museum. Thomas McDaniel, der Partner des 2018 verstorbenen Künstlers, unterstützt die Ausstellung mit ausgewählten Leihgaben und seiner überaus fleißigen, akribischen Recherche.
»Then I may put a little gold on it« ist eine sehr persönliche Retrospektive, zeigt aber zugleich ein besonderes Kapitel (ost)deutscher Keramikgeschichte.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erscheinen.
Mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
